Hans Grundig, Das Tausendjährige Reich (Triptychon), 1935-38
© Albertinum, SKD, Foto: Hans-Peter Klut

Focus Albertinum: Surreal. Gemälde von Hans Grundig, Heinz Lohmar und Richard Oelze

Begleitend zur Eröffnungsausstellung des Archiv der Avantgarden "Archiv der Träume" wird im Albertinum eine kleine Auswahl von Gemälden präsentiert, in denen sich surrealistische Bildwelten verschiedenster Facetten auftun. Die Werke sowohl aus der Sammlungspräsentation als auch aus dem sonst deponierten Bestand des Albertinum zeugen davon, wie weit die Haltung bzw. der Begriff des Surrealen gefasst werden kann. Sowohl von Paris aus strahlende surrealistische Haltungen als auch die mit Grundig in Dresden etablierte Tradition eines sozialkritischen Überrealismus waren in den Jahren der DDR vorbildgebend für zahlreiche Maler, namentlich der Leipziger Schule. 

  • Laufzeit 01.05.2024—07.07.2024
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen 20.05.2024 10—18 Uhr (Pfingstmontag)
  • Eintrittspreise regulär 12 €, ermäßigt 9 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 11 €

Hans Grundig

Hans Grundig (1901 – 1958) war in der Mitte der 1920er-Jahre fasziniert von den metaphysischen Bildfindungen Giorgio de Chiricos. Er fand jedoch eigene Lösungen, um die gesellschaftlichen Spannungen in der Weimarer Republik zu thematisieren, so 1928 in der sowohl verdunkelten als auch vom Blitz erleuchteten, menschenleeren Stadtlandschaft "Gewitter". In seinem Triptychon "Das Tausendjährige Reich" von 1935 – 38, ein Hauptwerk antifaschistischer Kunst, findet er Metaphern für die politische Indoktrination und den Irrsinn auf den Straßen im Zuge der Straßenkämpfe und des Erstarkens der NSDAP in den 1930er-Jahren. 

Heinz Lohmar

Heinz Lohmar (1900 -1976), war 1949 Protagonist des sogenannten Sozialistischen Realismus und Lehrer von Gerhard Richter. Er begegnete dem Schaffen bekannter französischer Künstler des Surrealismus ab 1933 im Zuge seiner Emigration nach Paris. Entsprechend nahe steht seine, das Verhältnis von Kunst und Realität thematisierende Komposition "Abschied von Paris" (1947) deren Werken. Die überlagerten und addierten Tier- und Sagengestalten in Lohmars "Übertier" von 1936 sind mit Blick auf sein linkspolitisches Engagement und seine Flucht gleichfalls als Zeitkritik zu lesen, weisen aber auch darauf hin, dass Lohmar ebenso die Werke von Max Ernst studiert hatte.

© Albertinum, SKD, Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut
Heinz Lohmar, Das Übertier, 1936 Öl auf Leinwand auf Sperrholz, 59 x 54,5 cm

Richard Oelze

Richard Oelze (1900- 1981), am Bauhaus geschult und 1926 bis 1929 in Dresden beheimatet, entwickelte noch konsequenter einen eigenen surrealistischen Stil, was ihm zu internationaler Bekanntheit als einem der Hauptvertreter einer deutschen Ausprägung des Surrealismus verhalf. Zwischen 1932 bis 1936 hatte er in Paris André Breton, Salvador Dalí, Paul Éluard und Max Ernst getroffen. Seine aus zahlreichen verschmolzenen Physiognomien gebildeten Motive, darunter eine Kommode mit sich öffnender Schublade, wurden als Wahnbilder und „Traummalerei“ beschrieben, Dalí nannte ihn den „einzigen richtigen Surrealisten“.

© Albertinum, SKD, Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut
Richard Oelze, Die Kommode, 1957/58 Öl auf Leinwand, 83,5 x 103,5 cm

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