drei Personen inmitten einer abstrakten Feuersbrunst
© bei den Erben/ Rechtsnachfolgern, Foto: Jürgen Karpinski
Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, bleiben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bis einschließlich 20. April 2020 geschlossen.
Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, bleiben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bis einschließlich 20. April 2020 geschlossen.

Das Ich im Wir. Künstlerbildnisse in der DDR

Im Schaukabinett der Galerie Neue Meister werden in wechselnden Ausstellungen ausgewählte Bestandsgruppen der Sammlung vorgestellt. In seiner vierten Folge richtet die Präsentation den Blick auf Künstlerbildnisse aus der DDR.

Die Ausstellung versammelt elf Werke unter anderem von Erich Gerlach, Peter Graf, Ernst Hassebrauk, Bernhard Heisig, Siegfried Klotz, Arno Rink, Wolfram Adalbert Scheffler und Willy Wolff.

  • Laufzeit 05.07.2011—30.10.2011

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Künstlerbildnisse versprechen einen exklusiven Blick auf die besondere Rolle und das Selbstverständnis der abgebildeten Person. Die Maler in der DDR hatten, gemäß der Parole "Vom Ich zum Wir", zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft beizutragen. Dieser Auftrag stand jedoch oft im Widerspruch zu historisch gewachsenen Autonomieansprüchen, nach denen sich ein Künstler frei von äußeren Zwängen nur dem eigenen "Ich" verpflichtet fühlte. In diesem Spannungsfeld positionierten sich die Maler auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

drei Personen inmitten einer abstrakten Feuersbrunst
© bei den Erben/ Rechtsnachfolgern, Foto: Jürgen Karpinski
Ernst Hassebrauk, Flucht aus dem brennenden Dresden (Selbstbildnis mit Maske), 1957 Öl auf Leinwand, 160 x 95 cm

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Tradierte Darstellungsformen des Künstlers finden sich in der Ausstellung ebenso wie neue, außergewöhnliche Bildfindungen. Die typische Frontaldarstellung der selbstbewussten Künstlerpersönlichkeit zeigt etwa das Werk von Eva Schulze-Knabe. Dagegen versteckt sich Peter Grafs Selbstbildnis im Hintergrund einer allegorischen Szene, Ernst Hassebrauk inszeniert sich maskiert vor dem brennenden Dresden.

Über die Darstellung der jeweiligen Person hinaus stellen die Künstler existentielle Fragen, kommentieren die eigene Geschichte und das gesellschaftliche Umfeld. Die Unterschiedlichkeit der Porträts spiegelt sich auch in ihrer stilistischen Vielfalt wider.

Selbstbildnis einer Künstlerin im weißen Mantel
© bei den Erben/ Rechtsnachfolgern, Foto: Estel/Klut
Eva Schulze-Knabe, Selbstbildnis, 1957 Öl auf Leinwand, 65 x 55,5 cm

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Die Ausstellung wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes "Bildatlas: Kunst in der DDR" erarbeitet, das sich mit der Aufarbeitung und Dokumentation der Malerei aus der DDR beschäftigt. Der Bildatlas ist ein Gemeinschaftsprojekt der TU Dresden, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und dem Kunstarchiv Beeskow.

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