Menschen, Demonstration, Polizei, Pferde, Reiter, Aufruhr, Gewalt, Uniform
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut

Vor und nach 1933

Eine Auswahl aus dem Bestand des Albertinum zeigt die Vielfalt der Positionen in der Malerei der 1930er Jahre, die sich aus der Neuen Sachlichkeit, dem Naturalismus und der Heimatkunst entwickelten – zwischen Rückzug, Anpassung und Widerstand.

Idealisierende Tendenzen die Malerei vor 1933

Europaweit prägten idealisierende, klassische Tendenzen die Malerei dieser Zeit, in Deutschland war die Orientierung an altdeutscher Kunst besonders stark. Diesem Zeitgeschmack folgten Dresdner Künstler mit unterschiedlichen politischen Auffassungen.
So knüpfte der Dix-Schüler Hainz Hamisch mit dem Bildnis „Alter Bauer“ (1932) an Porträts an, die bereits um 1930 Stereotypen aus den unteren sozialen Milieus stilisierten. Seine Position ist zu unterscheiden von Malern, die mit pathetischen Rückgriffen auf kunsthistorische Vorbilder eine deutsch-nationale Stimmung auszudrücken versuchten.

Landschaft, Felder, Bäume, Häuser, Idylle, See, Weite, Himmel, Natur
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2017, Foto: Jürgen Karpinski
Otto Dix, Landschaft am Oberrhein, 1938 Öl auf Hartfaserplatte, 66 x 84,5 cm, Albertinum | Galerie Neue Meister

„deutsche Kunst“ im Sinne der Nationalsozialisten

Als die NSDAP am 22. September 1933 die „Gleichschaltung“ des kulturellen Lebens verankerte und eine „deutsche Kunst“ im Sinne der Nationalsozialisten auch gesetzlich einforderte, nahmen Monumentalisierung und zeittypische Idealisierung in der Figurendarstellung weiter zu. Künstler wie Georg Siebert widmeten sich dem neuen deutschen, heroischen Menschentypus. Die Kunst wurde in den Dienst der NS-Ideologie gestellt.
Künstler, die den Nationalsozialismus ablehnten und diffamiert wurden, reagierten auf unterschiedliche Weise. Otto Dix malte, in innerer Emigration, nach außen hin unverdächtige Landschaften und biblische Szenen, Hans Grundig engagierte sich mit klassenkämpferischen, antifaschistischen Bildern und Wilhelm Lachnit, unter Polizeiaufsicht gestellt, entfloh in ideale Gegenwelten.

Mann, am Boden sitzend, oberkörperfrei, Steine, Erde, Hacke, Werkzeug, Brauntöne
© SKD, Foto: Jürgen Karpinski
Georg Siebert, Erdarbeiter, 1931 Öl auf Leinwand, 90,5 x 79 cm, Albertinum | Galerie Neue Meister

Weitere Ausstellungen

Weitere Ausstellungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Josef-Hegenbarth Archiv

im Josef-Hegenbarth-Archiv

Pinsel und Farbtöpfe von oben

Museum für Völkerkunde Dresden

im Japanischen Palais

reich verzierte Holztür mit Fenster
Zum Seitenanfang